BLUMEN sind eines der vielen NATURwunder! --> Es ist wie es ist!

Dienstag, 24. August 2010

(Wald-)Pilze

Es gehört zweifellos zu den Tätigkeiten, die ich so richtig gerne mache: Das Sammeln von Pilzen!
Auch wenn es eigentlich das ganze Jahr über Pilze gibt, so ist/kommt doch jetzt die Jahreszeit, in der es die allermeisten Menschen tun, also dieses Sammeln besagter Waldpilze.

Das Sammeln von Pilzen macht mir großen Spaß; weniger das Putzen und Verarbeiten! Also, zumindest dann nicht, wenn es unüberschaubar große Mengen an Pilzen sind, die man gefunden hat! Und auch das, das hatten wir schon.
Es gibt ja eine Vielzahl an Pilz-Verarbeitungsmöglichkeiten. Ich/wir haben da schon ganz Unterschiedliches ausprobiert: Das Trocknen; das Einwecken, beispielsweise süß-sauer; das Einfrieren; das Einsalzen, das ist außerordentlich schmackhaft, wenn´s gelingt.

Beim Sammeln nehme und beschränke ich mich vorwiegend auf Pilze mit Röhrenfutter. In dieser Kategorie gibt es nämlich nur sehr, sehr wenige, die giftig sind. Also gut, den wundervollen und sehr, sehr schmackhaften Pfifferling, den kenne und nehme ich auch. Manchmal auch den (Riesen-)Schirmling. Ja, auch den Grünling, den habe ich/haben wir schon gesammelt und natürlich auch verspeist. Kürzlich jedoch las ich es, dass man diesen Pilz nicht unbedingt essen soll, warum auch immer!?
Als Pilzsammler muss man sich schon etwas mit der Theorie befassen, will man am Ende nicht den gesamten Pilzkorb voller giftiger Waldfrüchte haben!

Und noch ein Problem gibt es in diesem Zusammenhang zweifellos: An verschiedenen Orten/Gebieten unseres Landes wachsen unterschiedliche Pilzsorten! Das kann auch ganz schnell zum Verhängnis werden. (Nachfolgend berichte ich von einer ganz konkreten Begebenheit, die ich selbst innerhalb meiner Familie erlebt habe! Zum Glück ist sie gut ausgegangen, zum Glück!)

Das in den Wald gehen und das Pilzesammeln - das ist ja nicht nur eine angenehme Freizeitbeschäftigung, sondern es ist auch eine ganz einfache Möglichkeit, sich ein wenig sportlich zu betätigen, sich an der frischen Luft zu bewegen und diese zu genießen. 

Ich kenne es schon aus den Kindheitstagen: In den Wald gehen und Pilze suchen/sammeln. Es ist ja immer wieder eine ganz besondere Delikatesse, solch ein Gericht aus echten, frischen Waldpilzen!

Jedenfalls bin ich als junge Frau aus vielerlei Gründen vor Jahren von Zuhause weggezogen; wie das ja nun mal im Leben so ist... Was das mit diesem Thema hier zu tun hat!? Ganz einfach: Da, wo ich seit vielen Jahren lebe, wachsen teilweise ganz andere Pilze als dort, wo ich herkomme. Und das Tückische dabei besteht darin, dass hier ein hochgiftiger Pilz wächst, der Pantherpilz nämlich, der dem sehr guten Speisepilz aus meinen Kindertagen, dem Perlpilz nämlich, zum Verwechseln ähnelt.
Und genau das wäre uns, also meiner Familie, vor nunmehr gut 30 Jahren, beinahe zum folgenschweren Verhängnis geworden: Hier die Geschichte in Kürze: Meine Eltern waren bei uns zu Besuch. Und da mein Papa auch immer ein sehr großer Liebhaber des Pilzesammelns gewesen ist - mittlerweile ist er leider schon verstorben - hatte er sich auch hier dazu entschlossen, DAS zu tun. Wir konnten ihn dabei leider nicht begleiten, da genau in dieser Zeit noch wichtige Arbeiten an unserem Gartenlaubenbau zu erledigen waren. Aber einer unserer Söhne, er muss damals so ca. drei/vier Jahre alt gewesen sein, begleitete meinen Papa beim Kurztripp in den Wald. Jedenfalls kam Papa mit einem überaus guten "Suchergebnis" aus dem Wald zurück. Dabei wählte er zum großen Glück für uns alle den Weg am Garten vorbei. Und dort zeigte er meinem Mann, also seinem Schwiegersohn, die Waldfrüchte. (Es hätte auch sein können, dass er direkt zu uns nach Hause gegangen wäre, die Pilze zubereitet hätte, tja und dann... Ich möchte mir DAS auch heute noch nicht ausmalen, was genau DAS wohl bedeutet hätte!)
Jedenfalls ging er am Garten vorbei und mein Mann konnte das Sammelergebnis sehen und begutachten: Fast alle gesammelten Pilze waren die gefürchteten o. g. Pantherpilze, fast alle! Fast alle mussten/wurden also umgehend aussortiert und weggeworfen!
Ich glaube es heute noch, dass mein Papa bestimmt nicht sooo richtig davon überzeugt war/gewesen ist, dass er nur und ausschließlich absoluten und noch dazu hoch giftigen MÜLL gesammelt hatte! Ich glaube, er hat´s nicht sooo richtig geglaubt/glauben können!? (Ja, davon bin ich eigentlich fest überzeugt, dass es genauso gewesen ist. Er war doch ein Pilzsammler über viele Jahre hinweg, also auch von Kindheit an. Und er hat bestimmt so ganz im Inneren gedacht: "Das kann doch alles nicht wahr sein!?") Aber mein Mann hat sich damals durchgesetzt - er hat ein stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein - und das, das war gut und absolut richtig so! Es hat uns allen ggf. das Leben gerettet; uns zumindest ganz, ganz viel Schlimmes erspart...

Ja, das war die Geschichte, die sich tatsächlich und wahrhaftig zugetragen hat.

Übrigens waren wir, also mein Mann und ich, vor vielen Jahren, nämlich in unserer Studentenzeit, auch einmal in den Wäldern Moskaus mit sehr guten russischen Bekannten Pilze sammeln. Und natürlich war auch Wodka mit dabei! Ich darf gar nicht daran denken, denn die im Wald getrunkenen "STO Gramm", die haben mich ganz schön ins Wanken gebracht! Das werde ich nie vergessen! Wir hatten die Nacht vorher kaum geschlafen, sind zeitigst aufgestanden und hatten nur wenig gegessen. Das waren also die besten Voraussetzungen dafür, Wodka zu konsumieren und ihn nicht, aber auch gar nicht zu vertragen!
Interessant dabei war insbesondere, dass wir erfuhren, dass man dort in Russland den bei uns als giftig eingestuften Fliegenpilz sammelt und auf eine ganz bestimmte Art und Weise zubereitet! So wird er dann verzehrt und auch vertragen.

Tja, "andere Länder, andere Sitten" - das fällt mir dazu nur ein...

Nun muss ich diese eine Geschichte auch noch erzählen! Auch sie hat mit dem Pilzesuchen etwas zu tun:
Es ist so, dass man sich im Wald auch mal verlaufen kann! (Gerade zu diesem Thema gibt es ja ´ne ganze Menge schöner, alter Märchen und anderer gruseliger Geschichten!)
Aber, es passiert nicht nur im Märchen: Jedenfalls habe ich das - allerdings auch schon vor vielen, vielen Jahren - persönlich erleben müssen! Ja, mir ist das tatsächlich passiert! Und hier ist sie, diese kleine Geschichte: Wir waren Pilze suchen! Wir - das waren mein Mann, einer seiner Arbeitskollegen, ich und einer unserer Söhne, der zu diesem Zeitpunkt in etwa drei Jahre alt gewesen sein muss. Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir selbst damals noch gar kein Auto. Wir haben uns erst sehr, sehr spät ein Auto gekauft. Das war so um die geschichtsträchtige "Wendezeit" herum. Ich glaube, es war kurz vorher.
Jedenfalls waren wir Vier Pilze suchen. Es standen sehr, sehr viele Pilze. Es gab Stellen, da konnte man ununterbrochen nur abschneiden; man wurde gar nicht fertig damit. Ich war sooo versunken in diese Tätigkeit, dass ich es gar nicht bemerken konnte, dass sich mein Mann und sein Kollege, angeregt unterhaltend und natürlich auch Pilze suchend, immer weiter von uns - also meinem kleinen Sohn und mir - entfernten.
Nun ist es so: Ich selbst habe im Wald kein sonderlich gutes Orientierungsvermögen; also eigentlich habe ich überhaupt kein gutes Orientierungsvermögen, leider. Ich gebe mir da auch keine allzu große Mühe, sondern laufe einfach meinem Mann immer hinterher. (Das sollte man wohl tatsächlich niemals tun!?) Dabei achte ich darauf/muss ich zwangsläufig darauf achten, dass ich ihn nicht aus den Augen verliere. Er hat ein sehr gutes "Wald-Orientierungsvermögen"; und auch sonst; also überall!
Um auf das oben beschriebene Geschehen zurückzukommen: Ich war also sooo damit beschäftigt, Pilze abzuschneiden, in den Korb zu legen und meinen lieben Kleinen immer im Auge zu behalten, dass ich es nicht mitbekam, dass sich mein Mann und sein Kollege vollständig und immer mehr aus meinem Gesichtskreis entfernten. Klar, irgendwann bemerkte ich es dann schon! Jedoch, da war es zu spät: Ich sah niemanden mehr und auch mein aufgeregtes, immer lauter werdendes sowie etwas panisches Rufen war völlig sinnlos und umsonst, ohne irgendein "Feedback", es gab kein "Echo"; es brachte keinen Erfolg!
Tja, nun stand ich da, ich armer Thor! Ich stand erschrocken mit meinem kleinen Sohn da und konnte niemanden mehr hören, geschweige denn sehen. Toll, ganz toll - so dachte ich. Die Lust am Sammeln von Wald-Pilzen, die war mir, ganz klar, schlagartig und gründlichst vergangen; sie war mir auf der Stelle abhanden gekommen. Was nun!? Was tun!? Ich entschloss mich, das Auto zu suchen, mit dem wir in den Wald gefahren waren. Aber, wo in etwa steht es denn nur!? Wooo hatten wir es denn vor kurzer Zeit verlassen!? Das war die Frage!
Ich weiß es noch, ich ging schimpfend und überaus von meinem Mann enttäuscht, der mich bzw. uns ja wohl gar nicht zu vermissen schien, in irgendeine Richtung. Irgendwo mussten wir ja aus dem Wald wieder herauskommen; denn sooo groß sind/waren die hiesigen Wälder ja glücklicherweise nicht!
Und tatsächlich: Ich bzw. mein kleiner Sohn und ich - wir hatten Glück! Ich ging tatsächlich in die vollkommen richtige Richtung! Das hätte ich nie, niemals für möglich gehalten! Das verblüfft mich heute noch! Ich hatte mich wohl - ganz klar - unterschätzt!?
Ich fand jedenfalls den Ort im Walde wieder, an dem wir aus dem Fahrzeug ausgestiegen waren. Ich war überglücklich und wartete an diesem Ort, bis auch mein Mann und sein Kollege vom Pilzesuchen zurückkehrten. Und das, das dauerte auch überhaupt nicht (mehr) lange... Es dauerte deshalb gar nicht mehr lange, weil es mein Mann auch inzwischen mitbekommen hatte, dass wir "verloren gegangen" waren. Aber zum Glück eben nur sehr, sehr kurzzeitig...


Ihre/Eure heinka

Und hier noch ein paar Links zu interessanten, hilfreichen und informativen PILZ-Webseiten:
http://www.pilze-abc.de/
http://www.ausgabe.natur-lexikon.com/pilze.php
http://www.pilz-bibel.de/
http://www.pilzfinder.de/
http://www.pilzforum.eu/

Kommentare:

Nadja Norden hat gesagt…

Liebe Heinka,
Du schriebst eine der schönsten Beiträge über Pilze die ich je gelesen habe, dankesehr! Pilze faszinieren mich. In der Gegend wo ich wohne gibt es kaum eßbare Waldpilze, höchstens Wiesenpilze, aber die Ausbeute lohnt sich nicht.
Aber Du rufst damit bei mir so viele schöne Erinnerungen wach. In der Heimat sammelte auch ich Waldpilze, erst mit meine Eltern, später mit mein damaliger Mann. Mein Vater kannte sich sehr gut aus um giftige von eßbare Pilze zu unterscheiden. Auch wir nahmen fast nur Rohrpilze, mit Ausnahme des gelben Pfifferlings. Um diese Zeit des Jahres warnte der „Neuer Tag“ immer eindringlich vor Verwechslungen, meldete Vergiftungsfälle, man könnte seine Pilze bei Kennern und in den Apotheken sichten lassen. Mit der Mann war ich auch zum Pilzvortrag von Urania. Es war mal ganz amüsant wie ein Mensch erzählte daß in Sibirien der Fliegenpilz ohne weiteres gegessen werde. Der Vortraggeber wollte das in Abrede stellen, aber seinen Kontrahenten war fest, und ich warf ein daß die Menschen dort mehr vertrügen und es vielleicht als Suchtmittel benutzten. Meine Eltern fädelten die Pilze auf Drähte, trockneten sie und das ergab im Winterzeit eine willkommene Leckerei.
Ich bin begeistert und mache in meinem Blog einen Hinweis zu deinem Beitrag. Dazu werde ich meine hiesige Pilzbücher abbilden. In der DDR hatten wir ein seltenes Exemplar eines Pilzführers mit sehr gute Zeichnungen, herausgegeben bei Artia Prag.
Mit Deinem Pilzbeitrag hast Du große Aussicht um in meinem Blog als „Bester Blog der Woche“ ausgezeichnet zu werden. Wenn ja, ist es am Freitag.
Ich erlaube mich zu fragen, wegen Dein Vorname: Bist Du Sorbin? In der DDR hatte ich jahrelang eine sorbische Brieffreundin. Ich weiß nur noch daß sie Anita hieß, in Cottbus wohnte und wir uns mal kurz getroffen haben, wo ich unterwegs war zu eine Freundin in Forst.
Ja, meine Eltern sagten immer: „Bis Cottbus geht die Kultur“ (von Dresden aus gesehen), die eingeborene Frankfurter interessierten sich, bis auf seltene Ausnahmen, nur fürs Angeln und Saufen. Meine Eltern waren von Dresden Neustadt. Ich weiß nicht ob es die noch gibt, aber ich bin geboren und habe meine erste Kindheitserinnerungen – vor allem an die Ruinen – in der Schanzenstraße.
Herzlichen Dank noch und sonnige Grüße aus Flandern,
Deine Nadja

heinka hat gesagt…

Hallo Nadja,

ganz lieben Dank für Deinen netten und umfangreichen Kommentar dazu!

Mein Beitrag ist allerdings noch in Arbeit! Es fehlt noch eine kleine Episode, die ich wohl heute noch ergänzen werde!

LG, heinka