BLUMEN sind eines der vielen NATURwunder! --> Es ist wie es ist!

Freitag, 13. Mai 2011

Die Spätzünder

Ich habe in der vergangenen Woche einen richtig guten Fernsehfilm gesehen, der da hieß:
--> "Die Spätzünder".

In diesem unterhaltsamen, nachdenklich stimmenden, sympathischen Film ging es ums Altern. Das Hauptthema waren alte Menschen, bei denen sich das eine oder andere Wehwehchen eingestellt hatte. Es ging um die Themen: Pflege, Krankheit, mögliche Demenz im fortgeschrittenen Alter.

Die Handlung dieses Films spielte sich vordergründig in einem Alten- und PflegeHeim ab. Die Heimleiterin vertrat dabei sehr vehement, "verbissen" und unnachgiebig den Standpunkt, nämlich ihren Standpunkt, dass (auch) in einem Alten- und PflegeHeim strenge Disziplin und Ordnung zu herrschen haben; dass da nicht jeder machen kann, was er will und möchte und dass ein sehr strenger Tages- und Nachtplan die unbedingte Voraussetzung dafür darstellen, dass alles (sehr) "sittsam und gediegen" abläuft. Diese Herangehensweise und die "verstaubten" Ansichten wurden seitens der Heimverantwortlichen sehr energisch durchgesetzt, ohne Rücksicht(nahme), Gefühle, Verständnis.

--> Und DAS, das führte letztendlich zu ernsten Zwistigkeiten und Widersprüchen. Die gesamte Situation eskalierte, als rein zufällig und lediglich für einen bestimmten Zeitraum, ein Hilfspfleger in diesem Heim seinen Dienst versah, besser versehen musste. Es war ein Mann in den besten Lebensjahren mit noch vielen kreativen Ideen, Humor, Lebensfreude, Einfühlungsvermögen und vor allem Achtung und Respekt vor den alten, teilweise auf Pflege angewiesenen und ihm anvertrauten Menschen.
Er hatte einen ausgesprochen lockeren und geradezu das Herz erfrischenden Umgang mit den betagten Damen und Herren, mit den Heimbewohnern. Auf diese Art und Weise eroberte er die Herzen dieser "Alten" im Fluge - und nicht nur diese. Er motivierte die Damen und Herren im fortgeschrittenen Alter zu ganz neuen "Taten", Tätigkeiten, Beschäftigungen. Teilweise "sprangen sie geradezu über ihren eigenen Schatten" und trauten sich Dinge zu, die sie vorher in ihrem ganzen Leben noch nie in Angriff genommen hatten. Viele (emp)fanden plötzlich das Leben als solches wieder als spannend, interessant, lebenswert und angereichert mit zahlreichen Herausforderungen.
Allerdings stieß das alles auf wenig bzw. gar keine "Gegenliebe" seitens der Heimleiterin, die das alles für übertrieben, unpassend, nicht angemessen wertete. Ihr passte das alles "gar nicht in den Kram". Für sie waren "diese Alten" irgendwie alle schon "abgeschrieben". Sie hatte und zeigte für die neue Situation "NULL" Interesse und "NULL" Verständnis.

Der o. g. vergleichsweise junge Mann erreichte mit seiner lebensnahen, umgänglichen und frohen Art, dass die Heimbewohner wieder so richtig Freude, Spaß und Sinn in ihrem "späten" Dasein sahen. Sie lebten förmlich auf und haben es bewiesen, dass sie noch lange, lange nicht - also eigentlich bis zu ihrem letzten Atemzug nicht - zum "alten Eisen" gehören und mit denen man so gar nichts mehr "anfangen kann".
Zusammen mit dem jungen Mann, der (zufällig) (!) auch etwas von Musik verstand, und unter dessen Leitung, gründete man eine TOP-Band! Und diese Band hat in einem musikalischen Ausscheid dann alle und jegliche Konkurrenz hinter sich lassen können. Sie hat sich sehr schnell - förmlich über Nacht - und sehr eindeutig in die Herzen einer riesengroßen Zuhörer- und Zuschaueranzahl singen und spielen können.

Mir hat dieser Fernsehfilm "Die Spätzünder", mit einem überzeugend, einfühlsam und hervorragend spielenden Jan Josef Liefers in der Hauptrolle, ausgesprochen gut gefallen.
--> Sooo wie in diesem Film dargestellt sollte es meiner Meinung nach im wahren, realen Leben sein, nämlich, dass man alte Menschen ernst nimmt, sie bis zu "ihrem Abgang" fordert und fördert.
Es ist keinesfalls zu akzeptieren, alte Menschen "einzusperren", sie "funktionieren" zu lassen und ihnen jegliche Aktivität, jeglichen Übermut, jegliches "über die Strenge schlagen" "austreiben" zu wollen. Es ist in den allermeisten Fällen gar nicht notwendig, sie regelrecht zu entmündigen. Es hat keiner das Recht, ihnen Ihre Würde und ihr Selbstwertgefühl zu nehmen!

*heinka*


Update am 13.05.2011: 
Das Folgende hierzu Passende habe ich gefunden: 
"Eben wenn man alt ist, muss man zeigen, dass man noch Lust hat zu leben."
--> von Johann Wolfgang von Goethe


Update am 29.05.2011:

- Das Folgende habe ich soeben auf YouTube gefunden:
--> Es ist die "Spätzünder-Band" aus besagtem TV-Film:
http://www.youtube.com/watch?v=Sebisb-voFA

- Und auch das hier habe ich bezüglich dieses Films noch im Internet gefunden:
Wikipedia zu "Die Spätzünder"

Kommentare:

Nadja Norden hat gesagt…

Liebe Heinka,
Der Spruch von Wolfgang von Goethe ist goldig und zutreffend!
Bekanntlich habe ich schon jahrzehntelang kein Fernsehgerät mehr habe. Deine Beschreibung des Fernsehfilms
„Spätzündern“ ist aber mitreißend. Nicht durch die Leitung von Altersheime erlaubt sich solches Benehmen gegenüber den Insaßen und ihre Besuchern. Wir kannten beispielsweise manchmal Ähnliches in unsere Ferienheime des FDGB. Nur die Jugend konnte sich in den Internaten – fast – alles erlauben (Lach). Eine Flugzeugreise mit Interflug verlief eben auch anders als mit Tarom oder Sabena. Mein damaliger Mann gefiel das, er ließ sich gerne anherrschen von unsere uniformierte Weiber (Lächeln). Naja, heutzutage wird man am Flughafen auch angeherrscht, manchmal erniedrigt. Denke nur an die amerikanische TSA.
Meine liebe Eltern waren zwar nicht selbst im Altersheim, aber durch sie und andere ältere Leute erfuhr ich einiges. Im reellen Leben geht es wie in diesem Film zu: Die Alten haben ihre Rechte, wollen nicht als Kinder behandelt werden, auch wenn einige ein recht kindliches, und manchmal jugendliches Verhalten an den Tag legten. Da gab es Intrigen, Liebeleien, Eifersuchten, und so weiter, was für eine Heimleitung nicht immer selbstverständlich zu respektieren oder zu schlichten war.
Dazu kommt das die meiste kapitalistische Altersheime auf Profit aus sind, gewinnorientiert sind. Eine interessante Problematik, wobei ich mich freue daß der Film Dir gefallen hat. Man liest hier auch öfter von mangelnde Dienstleistungen und sogar Mißbräuche in Altersheime.
Ganz liebe Grüße,
Deine Nadja

Nadja Norden hat gesagt…

Liebe Heinka,
Wieder ist eine Woche durchgeflogen. Noch früher wie erwartet, konnte ich auch meinen zehntausendste erstmalige Besucher(in) aus Deutschland begrüßen.
Ich empfehle Dir insbesondere meinen Beitrag “Kakaopulver und Loddermusik” und dazu gehörige Zuschriften. Auf Deine Meinung und Argumente lege ich (überhaupt) großen Wert! Also, ich lade Dich ein:
http://politiekencultuur.blogspot.com/2011/05/normal-0-21-false-false-false-nl-be-x.html
Ganz liebe Grüße,
Deine Nadja

heinka hat gesagt…

Liebe Nadja,

ich danke DIR für Deinen ausführlichen Kommentar, der viele interessante Informationen beinhaltet.

Nur das Eine möchte ich mal noch hervorheben: Einer der deutlichsten Unterschiede zu der Gesellschaftsordnung, die wir jahrelang in der DDR hatten und die ich glücklicherweise (auch) (!) erleben durfte, ist der, dass im Kapitalismus der alles entscheidende Faktor das (liebe) (!) GELD ist! Eigentlich sooo, wie wir´s in der DDR auch vermittelt bekommen haben.

Wie DAS dann jedoch ganz konkret aussieht und welche Auswirkungen DAS für den Einzelnen so nach sich zieht, das kann man erst heutzutage "hautnah" erleben. Und auf manche Erfahrung würde ich dabei liebend gerne verzichten.

LG, heinka

Manfred 118 hat gesagt…

Ich finde den Film große Klasse!