BLUMEN sind eines der vielen NATURwunder! --> Es ist wie es ist!

Dienstag, 1. November 2011

5 Jahre Moskau

Einiges im Leben erkennt, versteht, begreift man erst Jahre, viele Jahre, ja sogar erst Jahrzehnte später! Das ist tatsächlich so!
Meine Aussage beziehe ich auf Vorkommnisse, Ereignisse, Eindrücke, Erkenntnisse im Laufe seines Lebens. Manchmal wird einem die Tragweite solcher Dinge erst nach vielen Jahren bewusst. Erst dann - bzw. im Laufe vieler Jahre - reihen sich bestimmte "Bruchteile" des Lebens wie ein Puzzle aneinander, es entsteht ein "Bild",  das man in seiner Gesamtheit und Vollkommenheit erst nach einem relativ langen Zeitraum vor sich hat und "sehen" kann. Ja, so ungefähr lässt sich DAS beschreiben...

Ich habe in der Zeit von 1967 - 1972 ein Hochschul-Studium in Moskau absolviert. In dieser Zeit lernte ich dort meinen Mann kennen, der glücklicherweise noch heute an meiner Seite ist.
Und erst heute - so viele Jahre danach - unterhalten wir uns häufig über das folgende "Phänomen":
Wir erkennen erst heute, wie freundlich, herzlich, aufgeschlossen, also kurz - mit welchen offenen Armen wir damals in MOSKAU von allen, mit denen wir zusammentrafen und irgendwie zu tun hatten, aufgenommen worden sind!

--> Wir haben keine brüskierenden oder verletzenden Vorurteile kennengelernt; keine Beschimpfungen erfahren müssen. Überall, also im Wohnheim, im Institut, in Bibliotheken, in den Geschäften und Kaufhäusern, auf dem Bahnhof, in medizinischen Einrichtungen, in kulturellen und sportlichen Begegnungs- und Wettkampfstätten, also auch in Kinos oder Theatern, in Gaststätten usw. usf. wurden wir mit Ehrlichkeit und Offenheit empfangen. Wir haben also nirgendwo, wirklich nirgendwo Ablehnung, Hass, Kälte, Boshaftigkeit, Falschheit, Feindschaft, Verlogenheit angetroffen und erfahren müssen.
Und das, obwohl sicher so manch einer noch "eine Rechnung mit den Deutschen" offen hatte - sozusagen kriegsbedingt!!

Insbesondere die russischen Menschen, deren Gastfreundschaft ja legendär und weltweit bekannt ist, aber auch die Menschen der anderen Nationalitäten der ehemaligen mächtigen und großen Sowjetunion, haben es uns nicht spüren lassen, dass wir als DEUTSCHE auch für zwei Weltkriege "stehen"; verantwortlich gemacht werden könnten!

Um das alles richtig verstehen zu können, muss man es sich einfach mal überlegen und vor Augen halten, dass wir ca. 20 Jahre nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg in der russischen Hauptstadt MOSKAU zu Studien- und Ausbildungszwecken "unterwegs" waren; dort gelebt haben.
Ich kann es nur immer wieder betonen - und auch mein Mann sieht DAS ebenso: Wir haben uns in der herrlichen Großstadt-Metropole MOSKAU nach sehr kurzer Zeit wie Zuhause gefühlt. Wir haben sooo viele warmherzige, ehrliche, freundliche, liebe Menschen kennen lernen dürfen, die sich mit Hingabe, Leidenschaft, Verantwortung, ja mit viel Liebe um uns gekümmert haben; uns wie ihre eigenen Kinder umsorgt haben.
Damals waren wir ja noch fast Kinder! Wir waren gerade erst dem Kindesalter "entschlüpft"!

Heute, mit dem Blick auf die so genannte Wiedervereinigung zweier deutscher Staaten, die mittlerweile auch schon oder erst ca. 20 Jahre zurückliegt, erkennen wir es (erst), dass das ja gar kein sonderlich großer historischer Zeitraum gewesen ist - diese 20 Jahre, nach denen wir in MOSKAU "aufgekreuzt sind".
Heute können wir es mit Freude, Ehrfurcht und viel Dankbarkeit feststellen, dass diese wundervolle Stadt mit ihren vielen, vielen Menschen, für 5 Jahre eine zweite Heimat für uns geworden war und gewesen ist.

Und dass man uns diese kriegerischen Verbrechen einer deutschen Epoche nicht überall und vehement "auf die Stulle geschmiert hat" - das rechnen wir allen, mit denen wir dort aus nah und fern zusammengetroffen sind, sehr, sehr hoch an. Und heute sagen wir an dieser Stelle dafür: DANKE, DANKE, DANKE!
--> Denn: Man hat es uns in keinster Weise und überhaupt nicht spüren lassen, dass wir als Deutsche ja eigentlich aus einem "feindlichen Gebiet" kamen und eigentlich als "Feinde" einzustufen waren.

Man empfing und behandelte uns während unserer gesamten "Moskauer Zeit" mit viel Herzlichkeit, Freundlichkeit, Güte, Menschlichkeit! DANKE dafür!
Diese 5 Jahre haben uns viel, sehr viel für unser Leben gegeben; nicht nur einen beruflichen, soliden und anerkannten Ausbildungsabschluss.

*heinka*

Kommentare:

Nadja Norden hat gesagt…

Liebe Heinka,
„Moskau Du!“.
Bei Dir ist DSF auch WIRKLICH Herzenssache. So ein schicker Beitrag!
Dafür wirst Du bei mir als „Bester Blog der Woche“ geehrt werden.
Ganz liebe Grüße,
Nadja

heinka hat gesagt…

Liebe Nadja,

vielen Dank für Deine lieben Worte!

Ja, es ist so: Was ich hier geschrieben habe - es ist meine ganz ehrliche Meinung; meine Überzeugung in dieser Sache.

Ganz herzlichen Dank sage ich DIR schon jetzt für Deine angekündigte Ehrung meines Beitrages! DAS freut mich sehr! Vielen herzlichen DANK!

Liebe Grüße, heinka

Anonym hat gesagt…

Danke für die herzlichen Worte - das kann ich nur bestätigen! Man muß natürlich dazusagen, daß wir als DDR-Bürger aus einem befreundeten sozialistischen Land kamen )))
Дружба! Freundschaft - das Wort kannte jeder von uns.
Norbert

heinka hat gesagt…

Hallo Norbert!

Vielen Dank für Deinen Kommentar!

Ja, wir alle gehörten zu der sozialistischen Staaten-Gemeinschaft.
Leider wurden aber (auch) innerhalb dieser relativ großen Gemeinschaft zu viele Fehler gemacht, so dass sie letztendlich zum Untergang verurteilt war/gewesen ist. Auch, wenn viele, viele grundsätzliche Herangehensweisen richtig waren.

LG, heinka

Anonym hat gesagt…

Hallo Heinka,
stimmt. Aber hier geht es nicht um Fehler, sondern um eine Korrektur! "...die Frage steht nur so: bürgerliche oder sozialistische Ideologie. Ein Mittelding gibt es hier nicht." (Lenin, was tun?)
Siehe: http://sascha313.blog.de/2010/10/16/demontage-9633604/
Norbert.